Hunsrück, Traumschleifen, Wandern, Wandern mit Hund

Die Traumschleife Kappleifelsen-Tour und eine Reise in die Erinnerung eines Ortes

DSCN3476Nach der langen Wanderung von gestern hatte ich für heute zwei Kurztouren eingeplant, damit sich der Hundini ein wenig schonen konnte. ;-)

Meine Wahl fiel auf die Traumschleife Kappleifelsen Tour, die mir laut meinem Traumschleifen Heft, mit ihren ca. 9 Kilometern, eine abwechslungsreiche und kurzweilige Wanderung versprach. :ja:

Nach kurzer Anfahrt erreichten wir auch bald schon den Ort Laufersweiler und den Parkplatz “Unterdorf” gegenüber dem alten Rathaus von Laufersweiler.

DSCN3473Direkt am Parkplatz ging es dann auch schon los, hier befindet sich eine Übersichtstafel und ein Wegweiser für die Traumschleife.

Die bekannten Eingangsportale der Traumschleifen finden wir hier nicht, das wäre mitten im Ort sicher auch ein wenig ungünstig ;-) :-D

 

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Synagoge von Laufersweiler

Die Traumschleife Kappleifelsen folgt auf dem ersten Wegabschnitt dem Weg der Erinnerung. Dieser Weg führt durch den Ort und erinnert auf 10 Tafeln an die jüdische Geschichte des Ortes Laufersweiler.

Rechts im Bild kann man die einzig noch erhaltene Synagoge des Rhein-Hunsrück-Kreis sehen. Die Synagoge wurde in der Progromnacht des 09. September 1938 zwar im Innenbereich zerstört aber zum Glück wegen Brandgefahr für die umliegenden Grundstücke nicht in Brand gesetzt.

Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und kann nach vorhergehender Anmeldung besichtigt werden.

DSCN3483Wir folgen nun dem Weg der Erinnerung weiter, der uns teilweise über Wiesenwege durch den Ort führt und mich an Stationen verweilen läßt, die mir anschaulich die Geschichte des Ortes näher bringen.

 

 

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DSCN3491Und weiter geht es auf dem Weg der Erinnerung durch den Ort, nach diesem Wiesenweg geht es kurz über die Straße und anschließend auf einem Wiesenstück weiter, bis wir zum Jüdischen Friedhof von Laufersweiler gelangen.

Wer wie ich an einem Jüdischen Friedhof immer einen Kieselstein hinterläßt, sollte diesen jedoch selbst mitbringen, denn in der Umgebung des Friedhofs sind diese Mangelware und ich musste lange suchen, bis ich einen passenden gefunden hatte.

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Jüdischer Friedhof

Nach dem Weg der Erinnerung führt uns die Traumschleife Kappleifelsen nun über den Lyrikpfad:

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Info/Zitat: Pfad der jüdischen Lyrik in Laufersweiler

“Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Synagoge in Laufersweiler wurde 2011 vom Förderkreis Synagoge Laufersweiler ein künstlerischer „Wettbewerb gegen das Vergessen“ ausgeschrieben. Die Teilnehmer waren aufgerufen, sich ein Gedicht, das aus der Feder eines jüdischen Lyrikers oder einer Lyrikerin stammt, auszuwählen und dazu ein passendes Bild oder eine Zeichnung anzufertigen. Auch ein eigenes Gedicht konnte als Grundlage für ein Bild dienen ….”

DSCN3508Nach dem Lyrik Pfad gelangten wir nun auf Felder außerhalb des Ortes, was mir die Gelegenheit gibt, das bis hierhin erlebte und gelesene erst einmal zu verdauen.

Es ist doch ein gewaltiger Unterschied, ob man diesen Teil der deutschen Geschichte nur aus Büchern kennt oder wenn man wie ich gerade anhand von Häusern und Schauplätzen die Bilder der ehemaligen Bewohner gesehen hat und mit deren Schicksal konfrontiert wurde.

DSCN3506Den Kopf noch immer voller Gedanken, gerade auch wegen den derzeitigen Ereignissen in diesem Land, schlendern wir weiter über die Felder und steigen in das Hirschbachtal ab. Nun folgen wir dem Hirschbach, in südöstlicher Richtung um uns langsam dem Kappleifelsen zu nähern.

Hier geht es erst einmal auf einem Schotterweg weiter, was ich allerdings nicht richtig mitbekomme, da mir noch immer viele Gedanken im Kopf herum schweben.

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Im Hirschbachtal

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Rastplatz Alex Hütte

Weiter geht es zum Rastplatz “Alex Hütte”, hier befindet sich eine überdachte aber rundherum freundliche und offene Schutzhütte, sowie eine Sinnesbank und eine interessante Schautafel über essbare “Unkräuter” ;-)

 

 

Nach einer kurzen Rast, folgten wir ein paar Meter einem asphaltierten Wirtschaftsweg um den Hirschbach zu überqueren und bogen dann gleich nach der Brücke auf einen Wiesenweg ein.

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Wiesenweg am Hirschbach

Irgendwie stören mich die dunklen Wolken, vor allem, da mir der Wind gerade entgegen kommt und die Wolken vermutlich auch :hilfe:

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Schäfchen am Hirschbach

Aber was soll´s :-D Regen soll einen ja “frisch” machen und wir sind ja nicht aus Zucker. :lol:

Kurz später geht es auch wieder langsam bergauf und wir nähern uns der Wacholderheide “Folken”, wo sich auch ein Biotop mit ostpreußischen Skudden befinden soll.

DSCN3536Leider ist die Wacholderheide umzäunt und ich habe keine Möglichkeit entdecken können diese zu betreten.

Das finde ich sehr schade, denn eine Wacholderheide ist erst aus der Nähe so richtig schön :cry: und sollte nicht abgesperrt sein.

Sie muss zwar beweidet werden aber wie man in der Eifel sehen kann, geht das auch ohne feste Absperrungen. :ja:

 

DSCN3549Nun sind wir oberhalb des Hirschbachtal angekommen und befinden uns zwischen Wiesen und Feldern, wo wir den Blick noch einmal in das Hirschbachtal und in die Ferne schweifen lassen können, bevor uns die Traumschleife Kappleifelsen in den Wald führt :-)

 

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DSCN3555In den Wald eingetaucht gelangen wir auch bald über einen Pfad, durch einen jungen Buchenhain, in einen Nadelwald, wo ich dann dieses Schild vorfinde :mrgreen:   ;)

An dieser Stelle verlaufen die Traumschleifen Kappleifelsen Tour und Via Molarum eine Zeit lang auf den gleichen Wegen und jemand wie ich folgt dann schon einmal “unbewusst” der falschen Traumschleife :lol: :bravo:

An einer alten mit Ginster gesäumten Windwurffläche vorbei, führt uns der Weg nun ständig bergab, an der Reitzenmühle vorbei, um kurz später wieder den Hirschbach zu queren, der hier in den Idarbach fließt.

 

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Hirschbach

Nach der Überquerung des Hirschbach führt uns die Traumschleife stetig hinauf zum Kappleifelsen, wo uns ganz sicher eine tolle Aussicht auf den Idarkopf erwartet :-)

 

 

 

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Auf dem Kappleifelsen

DSCN3600Nach einem kurzen Aufenthalt bei der Sinnesbank auf dem Kappleifelsen, ging es auf einem verschlungenen Pfad – vorbei an diesem schönen Rastplatz – durch Krüppeleichen und Mischwald hinunter ins Idarbachtal.

Auf dem Weg habe ich übrigens die Abzweigung des Pfades ins Idarbachtal “übersehen” und mich glatt wieder verlaufen :hurra:   Aber ich habe es doch noch bemerkt, als ich am Feldrand keine “Traumschleifen Wegweiser” mehr entdecken konnte :ja:

DSCN3604Im Tal folgten wir dem Verlauf des Idarbach auf einem Schotterweg, bis wir in der Nähe der Wassertretstelle einen asphaltierten Wirtschaftsweg querten und wieder auf einen Wiesenweg gelangten.

Auch hier fanden wir wieder viele lehrreiche Hinweisschilder über die Geschichte der Umgebung vor.

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DSCN3609Wir folgten dem Wiesenweg nun weiter und kamen an einer Fledermaushöhle vorbei :-)

DSCN3617Der weitere Wegverlauf führt uns nun wieder den Berg hinauf, wo wir eine weitere Sinnesbank entdecken und noch einmal tolle Aussichten genießen können :ja: :-D

 

 

 

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Nach der Sinnesbank erreichten uns dann auch die heute Vormittag gesichteten Regenwolken :hilfe: und ergossen sich natürlich über uns :-D

DSCN3631Nach dem höchsten Punkt erreichen wir wieder offene Flächen und wir lassen den Blick über weite Felder und Wiesen schweifen :-)

Der schwarze Balken am oberen Bildrand ist übrigens mein Regenschirm. Nachdem ich in der Vergangenheit unter meiner “tollen” Gore Tex Regenjacke :zensur:   und unter meinem “tollen” Poncho :zensur:   genauso naß war wie ohne einen Regenschutz, nehme ich nur noch den Schirm mit.  :ja:   :winken:

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Naßwurm :lol:

Der arme Hundewurm, das scheint ihm so gar nicht zu gefallen und er findet zur Zeit sicher alles ziemlich doof :-D

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Laufersweiler

Nun näherten wir uns über Felder und Wiesen wieder unserem Startpunkt, dem Ort Laufersweiler.

Meine Freude über den Schirm wurde nun jedoch ein wenig eingetrübt, denn irgendwie hatten die Elemente doch etwas gegen mich persönlich :lol:

Denn in diesem Augenblick, als wir uns mitten auf dem Feld befanden, frischte der Wind plötzlich auf und der Regen kam von der Seite, so daß ich doch noch naß wurde … :irre:   :hilfe:   :hurra:

DSCN3645An einer weiteren Sinnesbank mit einem tollen Insektenhotel vorbei, gelangten wir nun an den Ortsrand von Laufersweiler und wieder zurück zu unserem Startpunkt, dem Dorfplatz / Parkplatz “Unterdorf”.

Bei der Traumschleife Kappleifelsen Tour handelt es ich um einen toll gemachten und sehr bewegenden Wanderweg.

Insbesondere der Weg der Erinnerung und der Lyrik Pfad haben mich sehr beeindruckt und bewegt, der nachfolgende Wegverlauf hilft dem Wanderer dann dabei, das Gelesene zu verarbeiten. Gerade die Einbindung dieser beiden Wege in die Traumschleife heben diesen Weg von den anderen Traumschleifen ein wenig ab. :ja:

Mir persönlich hat jedoch nicht gefallen, dass man nicht näher an die Wacholderheide heran kommt. Gerade der Aufenthalt in einer Wacholderheide und den Duft der Wacholderheide (nicht den der Weideschafe ;-) ) zu genießen, ist für mich immer ein tolles Erlebnis. Aber das ist nur ein kleiner Wermutstropfen, den man durchaus verkraften kann :ja:

 

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5 Kommentare

  1. Ein Weg der schwere Gedanken hinterlassen kann, das glaube ich dir absolut Klaus.
    Übrigens bevorzuge ich auch den Schirm, vor allem wenn es so warm ist.

    Vielen Dank für die Eindrücke, die du mitgegeben hast, wobei Sonne dem Weg sicherlich ein wenig mehr Freundlichkeit verliehen hätte.
    Einen lieben Gruß
    Elke

     
    • Hallo Elke

      Ein Schirm war mir früher immer zu “uncool” ;-) aber mittlerweile bin ich lieber “uncool” und trocken, als “cool” mit nassen Sachen und versagendem Deodorant :lol: :-D

      Der Weg kann schon schwere Gedanken hinterlassen aber gerade das hebt ihn ja von vielen anderen Traumschleifen ab und bei Sonnenschein ist er sicher noch besser :-)

      Liebe Grüße, Klaus ;-)

       
  2. Pingback: Unterwegs auf der Traumschleife Altlayer Schweiz im Zeller Land | Davy Mausebein

  3. Lieber Klaus,

    da haben die Traumschleifen-Macher – ich nenne sie jetzt mal so – wohl alles richtig gemacht bei dieser Runde, wenn du tief bewegt warst und du auch nach dem Abschnitt noch deinen Gedanken nachgehangen hast. Ich gebe Elke Recht, etwas Sonne hätte dieser Tour noch mehr Glanz verliehen. Aber es kann ja nicht immer alles eitel Sonnenschein sein.

    Den Schirm hatte ich bisher noch nie bei Wanderungen dabei. Da werde ich (noch) lieber etwas nass, bevor ich mir die Hantiererei mit dem Schirm antue. Es ist eh schon immer ein Gefrickel mit Hund, Rucksack, Kameragurt etc. Ein Schirm würde mich da vollkommen überfordern. :-D :-D :-D Mal sehen, wie lange ich noch bei der Meinung bleibe…

    Liebe Grüße
    SIlvana

     
    • Hallo Silvana

      Der Regen gibt mir aber die Gelegenheit, die Wanderung noch einmal bei Sonnenschein zu machen ;-) Das mit dem Schirm ist bei mir nicht so tragisch, da ich alles (inkl. Hundini) am Rucksack fest habe, habe ich die Hände frei :-D

      Liebe Grüße, Klaus

       

Kommentare sind geschlossen.