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Trekking Pfalz Tag 2 – Kalmit zum Eußerthal

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Morgenstimmung auf der Kalmit

Die Nacht im Trekking-Camp 7 auf der Kalmit, (600 müNN) war ruhig und erholsam. Ich hatte wegen der vielen Blaubeersträucher eigentlich mit nächtlichem Besuch von hungerleidenden Waldbewohnern gerechnet aber der blieb zum Glück aus ;-)

Gegen 05.00 Uhr wurde ich durch vereinzeltes Vogelgezwitscher sanft aus dem Schlaf geweckt, obwohl ich zwischendurch in der Nacht einmal kurz wach war, als vereinzelte Regentropfen das Zeltdach trafen ;-)

Nun sah es jedoch nach einem tollen Tag aus. Die Luft war klar und rein, der Himmel blau und ein leichter Kiefernduft war auch zu vernehmen :ja:

Also erst einmal tief durchgeatmet und einen Teil des Trinkwassers zum Waschen genutzt. Danach wurde erst einmal ein Kaffee aufgesetzt und in der Zwischenzeit habe ich schon einmal ein paar Sachen zusammen gepackt.

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Kaffee kochen …

Nach dem Frühstück veränderte sich das Wetter jedoch schlagartig, es blitzte und donnerte aus heiterem Himmel, bevor ganz oben scheinbar alle Schleusen gleichzeitig geöffnet wurden.

Also erst einmal mit dem Rest Kaffee ab ins – zum Glück noch nicht abgebaute – Zelt um den “kleinen” Schauer abzuwarten.

Das war natürlich nicht so schön, denn bei der “geplanten” Wegstrecke von ca. 34 Kilometer über den Pfälzer Weinsteig, wollte ich eigentlich gegen 06.00 Uhr los.

Nun ja, dumm gelaufen ….. :-D

Nachdem der Regen dann endlich gegen 07.00 Uhr abgeklungen war, packten wir schnell das restliche Gerümpel zusammen und kamen dann auch gegen 07.30 Uhr endlich los. Leider mussten wir zuerst einen kleinen Umweg zum Woiselbrunnen machen, um dort unsere Trinkwasservorräte aufzufüllen. Aber wenigstens war es nun erst einmal trocken und die Sonne kam auch hier und da wieder heraus :-)

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Leider wirkte sich das mit den zunehmenden Temperaturen auch auf die Luftfeuchtigkeit aus, was das Wandern mit 20 Kg Gepäck nicht gerade angenehm machte. Aber es ging ja immer den Berg herunter und so war es auszuhalten  ;-)

Kurz vor dem Woiselbrunnen erwischte es uns dann ganz dick, der Himmel öffnete schon wieder alle Schleusen :-( Scheinbar wurde “da Oben” nicht verstanden, dass wir uns das Wasser aus dem Brunnen filtern und nicht unbedingt das Regenwasser auffangen wollten …..

Aufgrund des Dauerregens entschlossen wir uns nun, den direkten Weg zu nehmen und nicht den schöneren Weg über den Pfälzer Weinsteig. So ging es weiter durch ein kleines Bachtal bergab.

Nach dem Bachtal querten wir eine kleine Straße und marschierten auch gleich wieder einen kleinen Hügel hinauf.

Da wir wegen dem anhaltenden Regen noch immer die Regensachen trugen, war das nicht unbedingt angenehm. Vermutlich wäre es angenehmer gewesen, die Regensachen gleich aus zu lassen :-D Oben angekommen, machten wir erst einmal ein zweites Frühstück bei der St. Martiner Schutzhütte. Und siehe da, der Regen hörte sofort auf … :-)

Nach diesem zweiten Frühstück ging es dann auch gleich über schmale Pfade durch schönen Mischwald weiter.

DSCN1435Kurz nach Mittag kamen wir dann am Modenbach an, hier in der Nähe liegt das Trekking-Camp 6 (Modenbachtal).

Zwischenzeitlich veränderte sich dann auch die Landschaft, vom Kiefern- / Mischwald hin zum Buchenwald.

Und schon tauchten die ersten Probleme auf der “unbekannten Abkürzung” auf (so beginnen Horrorfilme) ;-) :-D

Zwei Wanderer, zwei GPS Geräte – das eine zeigte nach rechts und das andere GPS natürlich nach links …  :wallbash:   :zensur:

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Wo bin ich und wo gehe ich nun hin??

Also erst einmal die Karte studieren und anschließend weiter auf gut ausgebauten Wanderwegen.

Unnötig zu sagen, dass wir dank der GPS Geräte auch zwei tolle Umwege gemacht haben :irre: oder ich hätte vielleicht auch öfter einmal auf die Karte schauen können :ups:

Und da es gerade so schön war, fing es auch gleich wieder an zu Regnen und natürlich fehlten Blitz und Donner diesmal auch nicht :cry:

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Ich beim Regentanz ;-)

Aber wenn man eh schon nass ist, macht so ein warmer Regen eigentlich auch nicht´s mehr aus :pfeif: Also nahmen wir es gelassen und marschierten unverdrossen weiter.

Vor dem Ort Dernbach / Pfalz trafen wir wieder auf den Pfälzer Weinsteig, der Regen hörte auch endlich auf und wir konnten wieder erste Fernsichten genießen. :-)

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So beginnen Horrorfilme …

Nach einer weiteren kurzen Rast kamen wir an diesem Zaun vorbei, der uns nun doch ein wenig nachdenklich stimmte?

Was ist mit den zu den Schuhen gehörenden Wanderern geschehen? 8O

Ich sagte ja: “So beginnen Horrorfilme” :ugly:

Wir haben es nicht herausgefunden und es war vielleicht auch besser so …. ;-)

Wir konnten den Ort Dernbach unbeschadet durchqueren und erklommen dann den Galgenberg. Oh was habe ich geflucht :zensur:   Ein steiler Weg, nur um festzustellen, dass der Weg nach jeder Kurve noch steiler den Berg hinauf geht. Und Kurven gab es dort reichlich …

Nach einer Weile erreichten wir dann auch endlich den Ort Eußerthal, den wir durchquerten und uns fix und fertig ins Gasthaus Birkenthaler Hof retteten. :hurra:   Hier fanden wir eine super nette Bewirtschaftung vor und ließen uns auch erst einmal ein kaltes frisches Weizenbier schmecken. “Der Himmel kann ja so nah sein” Göttlich 8)

Nach einem netten Plausch und dem Auffüllen unserer Wasservorräte, machten wir uns dann an den Aufstieg zum Trekkingplatz, der natürlich wieder einmal auf dem Berg lag :-D

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Der Pfad ging in Serpentinen richtig steil nach oben, ohne die vorhergehende Stärkung im Birkenthaler Hof hätten wir das vermutlich nicht mehr geschafft :mrgreen:

Oben angekommen bot sich uns jedoch eine tolle Aussicht:

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DSCN1498Kurze Zeit später kamen wir auch endlich – nach einem weiteren Wegzeichen – im Trekking-Camp 5 an.

Viel weiter hätte ich auch ehrlich gesagt nicht mehr laufen wollen :-D

Also erst einmal die Zelte aufgebaut und ich meines auch gleich wieder abgebaut und um einige Meter verschoben :zensur:

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Trekking Camp 5 / Eußerthal

 

Natürlich hatte ich gleich die Ameisen gefunden, die waren so groß, die hätten einem glatt den Finger abbeißen können :nein:

Nachdem dieses Problem nun auch noch gelöst war, konnte es endlich an den gemütlichen Teil des Abends gehen :-)

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Somit erst einmal Essen kochen, Feuer machen und anschließend den leckeren Rotwein am Feuer genießen :hurra:

 

 

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Ho Ho – ich habe Feuer gemacht :-D

IMG_0250Dann ging es auch recht schnell ins Bettchen. Viel Schlaf hatte ich jedoch nicht, denn die Waldmäuse hatten es sich wohl in den Kopf gesetzt, auf meinem Zelt eine Party zu feiern :hilfe:

Das konnte doch nun nicht wirklich wahr sein :doh:  

Die Mäuse rannten und rutschten auf meinem Zelt herum und raubten mir den Schlaf. Natur hin oder her aber beim Schlafen und Essen verstehe ich keinen Spaß :maul:   Nachdem ich alle mehrfach vom Zelt geschubst hatte, kehrte auch irgendwann einmal Ruhe ein. Wo sind nur Fuchs und Eule, wenn man sie mal braucht??

Kaum war Ruhe eingekehrt und ich bereits halb in meinen Träumen versunken, als sich ein weiterer Racker an meiner Abfalltüte zu schaffen machte. Die hing nur in ca. 1,70 Metern Höhe an einer Schnur und war nochmals zusätzlich gesichert. Das hinderte den Racker jedoch nicht daran, beim Versuch an den Abfall heran zu kommen einen riesen Radau zu machen. :maul:

Allerdings war ich nach diesem Tag zu müde um aufzustehen und meinen Schuh zu werfen – irgendwann bin ich dann trotz des Radau eingeschlafen. ;)

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Kaffee kochen ….

Am nächsten Morgen war nach dem Kaffee auch wieder alles gut. Den Mäusen und dem Krawallbruder von letzter Nacht hatte ich zwischenzeitlich auch vergeben :-D

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Eidechse am Bahnhof

Nach einem ausgiebigen Frühstück wanderten wir wieder zurück nach Eußerthal und kehrten im Birkenthaler Hof ein.

Nach einem kurzen Plausch ließen wir uns mit dem Taxi zum Bahnhof bringen, wo ich die Bahnhofseidechse beim Sonnenbaden beobachten konnte :-)

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Pfälzer Teller im Kalmit Haus :-)

Von dort aus ging es dann mit dem Zug nach St. Martin und weiter mit dem Taxi zurück auf die Kalmit, wo wir zum Abschluß erst einmal in´s Kalmithaus einkehrten und uns für die Heimreise stärkten :-)

Es war zwar eine anstrengende aber auch eine tolle Tour durch eine wunderschöne Landschaft. Den Pfälzer Weinsteig sind wir zwar nicht abgewandert aber das werde ich irgendwann noch in kleinen Rundwanderungen nachholen.

Ich hoffe es hat euch auch gefallen 8)   :winken:

 

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7 Kommentare

  1. Mann, Mann, Mann! Eure Trekking Tour war ja ein richtiges Abenteuer. Ich glaube dir nur zu gern, dass es anstrengend war. Aber diese Erlebnisse während der Tour nimmt dir keine mehr. Ein ingesamt schöner Erfahrungsbericht, der mir das Trekking näher gebracht hat.

     
    • Eigentlich ist der Pfälzerwald ja nur “Trekking light” ;-) da du nie weit von der Zivilisation weg bist und immer wieder auf Menschen und Hütten triffst. Aber der Reiz so eine Tour einmal zu machen ist wirklich toll, vor allem lernt man die Natur so zu nehmen wie sie ist :-D

      Liebe Grüße, Klaus

       
  2. Meine Güte welch ein Abenteuer, ich glaube da wäre bei mir das Vergnügen irgendwann doch dem Frust zum Opfer gefallen. Prima, dass du als Nervenstärkerer das erlebt hast und hier einen Bericht zum Besten gibst, der zum Lachen reizt.
    War dein Hundewurn nicht dabei?

    Danke fürs Mitnehmen und liebe Grüße
    Elke

     
    • Hallo Elke

      Freut mich, dass dir der Bericht gefällt :-) Normalerweise hast du nachts höchstens einmal einen Fuchs oder seltener ein Wildschwein im Lager, die machen aber keinen Terror und schnuppern nur herum. Die Mäuse waren an dem Wochenende vermutlich in Partylaune und irgendwann auch nervig :-D

      Meinen Hundewurm hatte ich wegen der langen Strecke bei dem Wetter lieber zu Hause gelassen, der “Herr” trägt ja auch im Sommer “Pelz” ;-) Bei der halben Strecke hätte ich ihn aber trotzdem mitgenommen, bei der letzten Tour am Donnersberg war er ja auch dabei :-)

      Liebe Grüße, Klaus

       
  3. Als meine Jungs noch klein waren, hat uns nachts beim Zelten ein Maulwurf wach gehalten, vielleicht waren es aber doch Mäuse? Keine Ahnung, auf jeden Fall war an Schlaf kaum zu denken, wobei die Kids natürlich durchgeratzt haben :D

    Ich wünsche dir einen tollen Dienstag
    LG Elke

     
    • Wenn man die Tiere und deren Geräusche kennt, ist das alles halb so schlimm ;-) Meine Favoriten sind Igel, die könnten sogar “fauchen” :-D

      Lg. Klaus

       
  4. sally und garfield sagt

    Hallo Klaus,
    Du machst es genau richtig. Freuen uns für dich
    Mama und Aaron
    Grüße Davy von uns

     

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